Erfahrungen und Ergebnisse nach zwei Jahren Mammographie-Screening

29.02.2008: In einer kleinen Anfrage an den Senat erkundigt sich Heidi Kosche über die Erkenntnisse des Senats von zwei Jahren Mammographie-Screening und Krebsvorsorge in Berlin.

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

1. Wie viele Zentren für Mammographie-Screening sind bis Ende 2007 in Berlin eingerichtet worden, bzw. sind noch weitere geplant?

Zu 1.: Im Land Berlin wurden vier Versorgungsregionen gebildet, für die jeweils eine Screening-Einheit zur Durchführung des Mammographie-Screenings zuständig ist:

  1. Spandau / Reinickendorf / Mitte
  2. Pankow / Lichtenberg / Marzahn-Hellersdorf
  3. Treptow-Köpenick / Neukölln / Friedrichshain-Kreuzberg
  4. Tempelhof-Schöneberg / Steglitz-Zehlendorf / Charlottenburg-Wilmersdorf

Mit diesen zwischen Juli 2006 und April 2007 eingerichteten Screening-Einheiten ist die Planung abgeschlossen.

2. Wie ist die flächendeckende Einladung der Zielgruppe der 50-69jährigen Frauen organisiert (Adressenpool), und wer ist dafür verantwortlich?

3. Wie wird sichergestellt, dass alle über 50-jährigen Berlinerinnen alle zwei Jahre eine Einladung zum Screening erhalten?

Zu 2. und 3.: Für das Einladewesen ist die Zentrale Stelle Mammographie-Screening Berlin verantwortlich. Diese Stelle bezieht auf landesrechtlicher Grundlage regelmäßig Melderegisterdaten aller Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren, die ihren alleinigen oder Hauptwohnsitz in Berlin haben. Mit der Einladung wird jeder Frau ein Untersuchungstermin in der für ihren Wohnbezirk zuständigen Screening-Einheit genannt. Die Screening-Einheit erhält von der Zentralen Stelle die Einladungslisten, die binnen vier Wochen an die Zentrale Stelle rückübermittelt werden, damit diese eine Erinnerung der Frauen veranlasst, die sich nicht auf die Einladung gemeldet haben.
Aus dem personenbezogenen Datensatz des Melderegisters, der nach erfolgter Einladung und ggf. Erinnerungseinladung gelöscht wird, bildet die Zentrale Stelle für jede einzuladende Frau eine eindeutige, nicht reidentifizierbare Screening-Identifikationsnummer, die zusammen mit dem vorgeschlagenen oder wahrgenommenen Termin und dem Ort der Untersuchung gespeichert wird. Dieses Verfahren sichert die Einhaltung der turnusmäßigen Einladung und Terminvergabe im Abstand von 24 Monaten.

4. Wie viele Einladungen wurden von 2005 bis Ende 2007 verschickt?

Zu 4.: Das Mammographie-Screening startete in Berlin mit der Aufnahme der Tätigkeit der ersten Screening-Einheit am 17.07.2006. Seitdem wurden bis zum 31.12.2007 insgesamt 155.415 Einladungen versandt (ohne Erinnerungseinladungen).

5. Wie viele Frauen sind der Einladung nachgekommen? (Anzahl und Prozent)

Zu 5.: Bis zum 31.12.2007 haben 74.746 Frauen am Mammographie-Screening teilgenommen. Das entspricht einem Anteil von 48,1 Prozent.

6. Gibt es statistische Daten zu den eingeladenen Frauen, die darüber Auskunft geben welche Frauen das Screening-Angebot mehr oder weniger in Anspruch nehmen? (Alter, Migrationshintergrund, Bildungsstand, bezirkliche Verteilung)

Zu 6.: Nein. Das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie-Screening sieht keine Datenerfassung zum Migrationshintergrund oder Bildungsstand vor. Wegen der sukzessiven Inbetriebnahme der Screening-Einheiten und der daran angepassten Einladungen sind valide regionale oder Altersgruppenvergleiche der Inanspruchnahme des Untersuchungsangebots derzeit nicht möglich.

7. Mit wie vielen Anrufplätzen ist die telefonische "Hotline" für Berlin und Brandenburg ausgestattet?

Zu 7.: Zurzeit ist die Zentrale Stelle mit fünf vollzeitbeschäftigten und sechs teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen für die Beantwortung der Hotline-Anrufe ausgestattet. Die Teilzeitkräfte werden der Anrufsdichte entsprechend ganz überwiegend vormittags von 9 bis 13 Uhr eingesetzt.

8. Anhand welcher bevölkerungsstatistischen Berechnungen für Frauen über 50 Jahre wurde die Zahl der Anrufplätze der "Hotline" festgelegt?

Zu 8.: Die Zahl der die Hotline bedienenden Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen wuchs seit Beginn des Screenings mit zunächst einer Screening-Einheit parallel zur Betriebsaufnahme der weiteren drei Screening-Einheiten und wird ständig dem Anrufverhalten angepasst.

9. Wie viele Frauen haben sich innerhalb der letzten zwei Jahre (2005-2007) für ein Mammographie-Screening angemeldet, obwohl sie nicht eingeladen worden waren?

Zu 9.: Bis zum 31.12.2007 haben sich insgesamt 29.675 Frauen selbst zur Teilnahme am Mammographie-Screening angemeldet.

Berlin, den 12. Februar 2008

Katrin Lompscher __________________________ Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

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