Die Freunde der rosa Rose kämpfen gemeinsam gegen die Bagger

30.06.2008: Die Nachbarschaftsgarten-Initiative setzt sich ein für den Fortbestand des Rosa Rosen Gartens als einen selbstbestimmten öffentlichen Raum gegen soziale Isolation und kulturelle Engstirnigkeit

Nicht nur in Friedrichshain kommen Nachbarn selten zum Plausch zusammen. Der öffentliche Raum ist zunehmend kommerzialisiert und kostet Eintritt. Besonders betroffen sind Menschen mit geringen Einkommen, Erwerbslose, ältere Menschen, Menschen mit geringerer Kommunikationsfähigkeit und Jugendliche ohne Abitur. Sie werden isoliert.

Viele Jahre lagen im dicht bebauten Friedrichshain, in der Kinzigstrasse, drei nebeneinander liegende Grundstücke brach. 2000 m² zugemüllte Fläche - in einem an Grünflächen sehr armen und Feinstaub sehr reichem Berliner Bezirk. "Der Müll muss weg", das war die erste Gemeinschaftsaktion der neu entstandene Nachbarschafts-Gruppe. Bei Arbeit , Kaffee und Kuchen hat man sich kennen gelernt und schon einmal Pläne für die Zukunft des Gemeinschaftsgartens gemacht. Ein offener Nachbarschaftsgarten wirkt der sozialen Isolierung entgegen. Die AnwohnerInnen haben die Möglichkeit, nahezu ohne finanzielle Aufwendungen ein gemeinschaftliches, intergeneratives Projekt selbst zu gestalten. Durch die aktive Gestaltung der eigenen Wohnumgebung zu einem lebens- und liebenswerterem Bereich, wird soziales Engagement gezeigt und praktische Demokratie gelebt.

Seit Mai 2004 treffen sich die GartenfreundInnen der Rosa Rose-Initiative nun schon. Der Garten in der Kinzigstrasse ist ein wichtiger Ort für die gesamte Nachbarschaft geworden. Die NachbarInnen, von denen viele Freunde geworden sind, nutzen den Garten für ihre Hochzeiten, Geburtstagsfeste, Kinoabende, Gartenfeste und Lesungen. Und nicht zu vergessen der Gemüsegarten, immer wieder füllt er die Mittagsteller. So wurde der Garten Rosa Rose viel mehr als eine Grünfläche. Es wurde ein Gemeinschaftsgarten für Alte und Junge, für Menschen mit unterschiedlichem kulturellem und nationalem Hintergrund, mit einem Kinderbeet und einem rollstuhlgerechtem Beet.

Urban Gardening global und lokal in Friedrichshain

Er steht dabei in der Tradition der weltweiten Community Garden-Bewegung und ist vernetzt mit Garteninitiativen, u.a. in New York, London und Wien. Viele BesucherInnen aus aller Welt kommen gezielt vorbei, einige rasten zufällig im Garten und lassen sich das Konzept erklären.

Bagger walzen das Community-Grün platt

Rosa Rose ist auch seit Anbeginn eingebettet in internationale grassroot-Bewegungen. So war der Gemeinschaftsgarten im Mai 2008 im Rahmen des Weltkongresses "planet diversity" ein Anlaufplatz für die länderübergreifende Soziale Bewegung "Pelum". Rosa Rose war Teil internationaler Jugendaustauschprogramme, Schwerpunkt von universitären Arbeiten und wurde auch von lokalen PolitikerInnen von Anfang an als engagierte Bürgerinitiative viel gelobt. Sie gilt als vorbildlich, nachahmenswert und unterstützungswürdig.

Bagger walzen das Community-Grün platt Doch wie sieht der Gemeinschaftsgarten Rosa Rose jetzt aus? Über Zweidrittel des gemeinschaftlichen Gartengrüns sind vom Bagger platt gefahren, der Lehmofen, die kleine Bar und der Brunnen wurden eingerissen, die Bäume wurden umgesägt oder schnell noch ausgegraben und umgesetzt. Ein Zaun verbietet nun ein Betreten der staubigen Fläche.

Doch rosa Rosen sind zäh und dornig

Der Gemeinschaftsgarten Rosa Rose steht für selbstbestimmtes Handeln und partizipative Stadtgestaltung, für unabhängige und gestaltbare Freiräume, gegen die fortschreitende Kommerzialisierung sozialer und kultureller Angebote, für ein Aufbrechen der nachbarschaftlichen Anonymität auf lokaler Ebene und für mehr Solidarität auf globaler Ebene, für alternative Bildungsformen, für den Schutz von Biodiversität, für Ernährungssouveränität in allen Teilen der Welt, für höhere Lebensqualität für alle und nicht nur für die Reichen. Rosen sind zäh und dornig, sie können nicht so einfach ausgerissen werden. Das Projekt Rosa Rose besteht weiter und wächst - der Kampf um den Erhalt des Gartens von Allen für Alle geht weiter. Die Forderung der Initiative an die Politik stehen für die Wiedereröffnung des Geländes. Helga Pudel, Rosa Rose

Infos: www.rosarose-garten.net
Rudi Dutschke Straße
Axel Springr würde sich im Grab umdrehen
foto: ck 30.06.2008 | Erinnerung an 1968 im Bezirk. Nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg konnte endlich das Ergebnis des Bürgerentscheids aus dem Jahre 2007 umgesetzt und ein Teil der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt werden. Besonders erfreulich: An der Kreuzung Rudi-Dutschke-Straße / Axel-Springer-Straße hat Rudi Vorfahrt. [mehr]
G8-Gipfel in Heiligendamm
Schluss mit dem Dilemma in Afghanistan
Foto: ck 26.11.2007 | Auf dem Sonderparteitag der Grünen hat die Basis sich eindeutig für einen Strategiewechsel in Afghanistan ausgesprochen. Der Beschluss folgt damit weitestgehend Ströbeles hier vorgestellten Position. [mehr]
Auf zum Protest gegen den G8-Gipfel!
Widerstand ist ... 29.04.2007 | Hans-Christian Ströbele zum G8-Treffen in Heiligendamm[<
>] Vom 6.-8. Juni 2007 wird in Heiligendamm der Gipfel der acht mächtigsten Industriestaaten (USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada, Japan und Russland) stattfinden. Verschanzt hinter einer Mauer und von einem immensen Polizeiaufgebot geschützt. [mehr]
G8 Aktionsfahrplan
29.04.2007 | Aktionen und Fahrplan rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm. [mehr]
Eine andere Welt ist möglich - auf nach Heiligendamm!
29.04.2007 | Seit den Protesten gegen den G8-Gipfel 2001 in Genua hat die globalisierungskritische Bewegung enormen Zulauf erhalten. Im Netzwerk Attac engagieren sich weltweit über 90.000 Mitglieder für eine soziale und ökologische Globalisierung. [mehr]
Klimaschutzprogramm 2020 für Friedrichshain-Kreuzberg
Klimapolitische Ziele für Friedrichshain-Kreuzberg
07.07.2010 | Das Klimaschutzprogramm 2020 für Friedrichshain-Kreuzberg soll den CO₂-Ausstoß bis ins Jahr 2020 um rund 45 Prozent verringern... [mehr]
NEWS
Klimapolitische Ziele für Friedrichshain-Kreuzberg
07.07.2010 | Das Klimaschutzprogramm 2020 für Friedrichshain-Kreuzberg soll den CO₂-Ausstoß bis ins Jahr 2020 um rund 45 Prozent verringern... (Nachrichten) [mehr]
Verdrängung im "Fanny-Hensel-Kiez" und anderen Siedlungen des "Sozialen Wohnungsbaus"
28.04.2010 | Offener Brief von Bezirksbürgermeister Franz Schulz u.a. zu Gesetzeslücken in der Mietpolitik (Nachrichten) [mehr]