Kreativ und mit Container gegen Nazis

02.12.2009: Mit einer Sprayaktion haben im Sommer Jugendliche gegen rechte Gewalt in Friedrichshain protestiert. Die dortige Initiative gegen Rechts hat mit Unterstützung des grünen Bezirksbürgermeisters Franz Schulz einen Info-Container genau vor dem Thor-Steinar-Laden aufgestellt - auch aus Protest gegen die Verbreitung rechter Lifestyles

  
 

Container vor Tromso-Laden Foto:ck

Bei der Aktion haben junge KünstlerInnen des Jugendprojekts "Crossover" am Frankfurter Tor Leinwände mit Motiven gegen Rechts besprüht. Gleichzeitig hat die GRÜNE JUGEND PassantInnen über die Entwicklung der rechtsextremen Szene in Berlin informiert.

Hintergrund der Aktion: Die rechtsextreme Szene in Berlin wächst. Das bekommt der Stadtteil Friedrichshain besonders zu spüren. Im Kiez gibt es bekannte Treffpunkte von Neonazis und immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen, beispielsweise 12.Juli. Außerdem hatte bereits im Februar in der Petersburger Straße 94 der Laden Tromsø eröffnet, provokanter weise in einem Haus, in dem sich ehemals ein SA-Folterkeller befand. In diesem Geschäft wird ausschließlich Kleidung der in rechtsextremen Kreisen sehr beliebten Marke Thor Steinar verkauft.

Wer die Hintergründe der Marke nicht kennt, könnte einen Thor Steinar-Laden für ein norwegisches Outdoorgeschäft halten. Windjacken, Sweatshirts und Hosen gibt es nicht nur für Männer und Frauen, inzwischen wird auch eine eigene Modelinie nur für Kinder angeboten. Wer als Nazi die Marke bewusst wählt, möchten sich völlig normal in der Mitte der Gesellschaft bewegen können, um so ihre Hassideologie unter die Bevölkerung zu streuen und potenziellen Opfern Angst einzujagen.

Mit Eric and Sons verfolgt der Laden bereits mit einer zweiten Marke genau die gleiche Taktik. Daher muss über die neuen Strategien und Symbole der Rechtsextremen viel mehr aufgeklärt werden. Im Abgeordnetenhaus setzt sich die bündnisgrüne Fraktion neben der konsequenten Bekämpfung rechtsextremistischer Tendenzen für ein dingend notwendiges Präventionsprogramm gegen Rechts ein.

Seit der Eröffnung wird das Tromsø-Geschäft durch vielfältigen zivilgesellschaftlichen und politischen Druck bekämpft. Mittlerweile ist durch die Hausverwaltung die Kündigung ausgesprochen worden. Andere Fälle zeigen: Rechtsstreits können sich über Jahre ziehen - und der Laden bleibt bestehen. Deshalb muss und wird der Protest weiter gehen. Daher hat Initiative gegen Rechts in Friedrichshain hat mit Unterstützung des grünen Bezirksbürgermeisters Franz Schulz einen Info-Protest-Container genau vor den Thor-Steinar-Laden aufgestellt. Und Ende August sind mehrere Hundert Demonstranten gegen Nazi-Strukturen in Friedrichshain und Lichtenberg auf die Straße gegangen.

Clara Herrmann, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus


Weitere Bilder

     
 

Kunstaktion am Frankfurter Tor Foto: ck

 
Rudi Dutschke Straße
Axel Springr würde sich im Grab umdrehen
foto: ck 30.06.2008 | Erinnerung an 1968 im Bezirk. Nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg konnte endlich das Ergebnis des Bürgerentscheids aus dem Jahre 2007 umgesetzt und ein Teil der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt werden. Besonders erfreulich: An der Kreuzung Rudi-Dutschke-Straße / Axel-Springer-Straße hat Rudi Vorfahrt. [mehr]
G8-Gipfel in Heiligendamm
Schluss mit dem Dilemma in Afghanistan
Foto: ck 26.11.2007 | Auf dem Sonderparteitag der Grünen hat die Basis sich eindeutig für einen Strategiewechsel in Afghanistan ausgesprochen. Der Beschluss folgt damit weitestgehend Ströbeles hier vorgestellten Position. [mehr]
Auf zum Protest gegen den G8-Gipfel!
Widerstand ist ... 29.04.2007 | Hans-Christian Ströbele zum G8-Treffen in Heiligendamm[<
>] Vom 6.-8. Juni 2007 wird in Heiligendamm der Gipfel der acht mächtigsten Industriestaaten (USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada, Japan und Russland) stattfinden. Verschanzt hinter einer Mauer und von einem immensen Polizeiaufgebot geschützt. [mehr]
G8 Aktionsfahrplan
29.04.2007 | Aktionen und Fahrplan rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm. [mehr]
Eine andere Welt ist möglich - auf nach Heiligendamm!
29.04.2007 | Seit den Protesten gegen den G8-Gipfel 2001 in Genua hat die globalisierungskritische Bewegung enormen Zulauf erhalten. Im Netzwerk Attac engagieren sich weltweit über 90.000 Mitglieder für eine soziale und ökologische Globalisierung. [mehr]